Wirtschaft

Girokonto: AK ortet Preisunterschiede

27.10.2020 • 11:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild APA/HANS KLAUS TECHT

Kosten für Girokonto sehr unterschiedlich, wie Vergleich zeigt.

Die Kosten für Girokonten sind sehr unterschiedlich, dabei sind Online-Banken billiger als Institute mit Filialen. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeiterkammer (AK) Steiermark, die Kosten von 14 Girokonten verglichen hat. Die Überziehung von Konten sei teuer. Falls die Überziehung laufend oder für längere Zeit passiere, sollte man an eine Umschuldung denken, so die AK am Dienstag in einer Pressemitteilung. Kreditzinsen seien niedriger als Überziehungszinsen.

Die Kosten für ein Girokonto liegen dem AK-Vergleich zufolge zwischen 0 bis 160,26 Euro. Erhoben wurden die jährlichen Kosten bei 160, 280 und 400 Buchungen pro Jahr und, ob eine Kreditkarte inbegriffen ist oder nicht. Generell seien Online-Banken billiger als Filialbanken. In den Filialbanken könne man sich dafür aber persönlich an die Mitarbeiter wenden. „Das richtige Konto kann man nur anhand der Analyse des eigenen Zahlungsverhaltens und der eigenen Bedürfnisse suchen“, so AK-Marktforscher Josef Kaufmann.

Hohe Überzugszinsen

Erhoben wurden in der Studie auch die Kosten für Kredite (über 10.000 Euro auf fünf Jahre): Die effektiven Zinsen – alle Kosten und Gebühren enthalten – lägen zwischen 3,5 und 7,38 Prozent und somit niedriger als die Überziehungszinsen. Die Habenzinsen reichten bei den 14 untersuchten Konten von 0,000 Prozent bis 0,063 Prozent, die Sollzinsen von 6,500 Prozent bis 13,750 Prozent, heißt es in der Studie der AK-Marktforschung. Sollte ein Kontorahmen oder Überziehungsrahmen vereinbart sein und werde dieser überschritten, seien die Sollzinsen noch höher und reichen bis zu 18,150 Prozent. Dazu könnten noch weitere Kosten kommen.

Die AK fordert in ihrer heutigen Pressemitteilung unter anderem auch bessere Informationen. Die Banken sollten laut Kaufmann über das Basiskonto auf ihren Websites informieren. Zudem sollte der einmal gewährte Überziehungsrahmen nicht von heute auf morgen entzogen werden können. Analog zum Verbraucherkreditgesetz sollte eine sechswöchige Frist eingehalten werden müssen. Bei dauerhafter Überziehung des Kontorahmens muss die Bank laut Gesetz über einen passenden Ratenkredit informieren. „Es müsste der Kredit aber auch gewährt werden“, so Kaufmann. Zudem fordert die AK, die Sollzinsen angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus zu reduzieren – einen Zinsdeckel anzudenken.