Wirtschaft

Adidas will US-Marke Reebok verkaufen

22.10.2020 • 14:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Strategiewechsel bei Adidas
Strategiewechsel bei Adidas APA/AFP/CHRISTOF STACHE

Adidas hat Reebok vor 14 Jahren gekauft. Kapitel könnte zu Ende gehen.

Adidas will sich einem Magazinbericht zufolge von der US-Marke Reebok nach 14 Jahren wieder trennen. Die Entscheidung, das langjährige Sorgenkind zu verkaufen, sei gefallen, berichtete das „Manager Magazin“ am Donnerstag in seiner neuen Ausgabe. Vorstandschef Kasper Rorsted wolle die Transaktion bis März 2021 abschließen.

Der deutsche Sportartikelkonzern hatte die Verkündung seiner Strategie für die kommenden fünf Jahre unter dem Eindruck der Coronakrise auf das Frühjahr verschoben. „Marktgerüchte kommentieren wir nicht“, sagte eine Adidas-Sprecherin zu dem Bericht.

An der Börse kam die Aussicht auf einen Verkauf gut an: Adidas-Papiere erklommen die Dax-Spitze und legten um bis zu 3,2 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 283,40 Euro zu.

Gewinnschwelle erreicht

Mit der Konzentration auf das Fitness-Segment hatte Reebok zwar die Gewinnschwelle erreicht. Doch das von Rorsted verlangte „profitable Wachstum“ blieb weitgehend aus. 2019 war die Marke um zwei Prozent gewachsen, deutlich schwächer als Adidas selbst. Der Adidas-Chef war deshalb schon im März verbal auf Distanz zu Reebok gegangen. „In der neuen Strategie wird Reebok seinen Platz finden – oder auch nicht“, sagte er damals.

Rorsteds Vorgänger Herbert Hainer hatte das Unternehmen 2006 für 3,1 Milliarden Euro gekauft, um dem größeren US-Rivalen Nike auf dessen Heimatmarkt Amerika Paroli zu bieten. Zuletzt stand Reebok für weniger als ein Zehntel des Adidas-Umsatzes. Nach mehreren Wertberichtigungen wurde die Marke Ende 2019 noch mit 842 Millionen Euro in den Büchern von Adidas aufgeführt.

Laut „Manager Magazin“ könnten sich der US-Bekleidungskonzern VF Corp („Timberland“, „The North Face“) und die chinesische Anta Sports Products für eine Übernahme von Reebok interessieren, zu der die italienische Marke Fila und die finnische Amer-Gruppe („Wilson“, „Salomon“) gehören. Vor der Coronakrise habe Adidas auf einen Erlös von gut zwei Milliarden Euro gehofft. „Aber Rorsted könnte sich auch mit weniger zufriedengeben“, hieß es in dem Magazinbericht.