Wirtschaft

Behörden prüften Wirecard mit einem Mitarbeiter

28.06.2020 • 13:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wirecard
Wirecard APA/dpa/Sven Hoppe

Wirecard-Vorstand setzt trotz Insolvenzantrag auf Fortführung des Geschäfts.

Die deutsche Finanzaufsichtbehörde Bafin hat einem Zeitungsbericht zufolge über Monate hinweg nur einen Mitarbeiter mit der Prüfung der Betrugsvorwürfe gegen den Zahlungsdienstleister Wirecard beauftragt. Trotz Verdachts seit Anfang 2019, sei „im Wesentlichen nur ein einzelner Mitarbeiter“ mit der komplexen Prüfung betraut gewesen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS).

Bis heute kein Ergebnis

Der nach einem Bilanzskandal ums Überleben kämpfende deutsche Zahlungsabwickler Wirecard setzt trotz des Insolvenzantrags auf eine Fortführung des Geschäfts. „Der Vorstand ist der Meinung, dass eine Fortführung im besten Interesse der Gläubiger ist“, teilte der Dax-Konzern am Samstag in Aschheim bei München mit. Unter den Gläubigern sind auch die Raiffeisen-Landesbanken Ober- und Niederösterreich.

Der Vorstand hatte für die Wirecard AG am vergangenen Donnerstag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Prüfung, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, dauert nach Angaben des Unternehmens an.

Der Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften inklusive der lizenzierten Einheiten werde aktuell fortgesetzt, hieß es weiter. Es werde laufend geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Wirecard Gruppe gestellt werden müssen. Konzerngesellschaften mit Ausnahme einer kleinen Entwicklungsniederlassung hätten derzeit keine Insolvenzanträge gestellt.