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Bereit für den „verrückten März“

26.01.2022 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Brajkovic spielt eine bärenstarke Saison. <span class="copyright">APA/Weiss</span>
Brajkovic spielt eine bärenstarke Saison. APA/Weiss

Luka Brajkovic ist Mitverantwortlich für die positive Entwicklung bei Davidson.

Wenn in einer Villa in Alamo in Kalifornien der Fernseher eingeschaltet wird, dann häufig, um einen 22-jährigen Feldkircher und sein Team anzufeuern. Besitzer der Fünf-Millionen-Dollar-Villa ist Stephen Curry, der beste Distanzwerfer der Basketballgeschichte und zweimaliger MVP (wichtigster Spieler) der NBA. Curry verfolgt genau, was sein ehemaliges College Team in dieser Saison abliefert. Und er hat seine Zufriedenheit über die Darbietungen der Davidson Wildcats schon mehrfach auf Twitter zum Ausdruck gebracht.
Vor allem mit den Vorstellungen von Luka Brajkovic darf Curry hochzufrieden sein. In den sechs Jänner-Spielen erzielte der Feldkircher jeweils eine zweistellige Punktezahl, speziell von der Drei-Punkte-Linie traf der 2,08 Meter große Forward zuverlässig.

Als Power Forward muss Brajkovic auch viel Arbeit unter dem Korb verrichten. <span class="copyright">weiss</span>
Als Power Forward muss Brajkovic auch viel Arbeit unter dem Korb verrichten. weiss

Nicht zu schlagen

Noch besser als die persönliche Statistik von Brajkovic liest sich die Teambilanz der Davidson Wildcats. Das College-Team aus North Carolina hat die letzten 15 Spiele gewonnen. In der Nacht auf heute hatte Davidson beim Heimspiel gegen NCU die Chance, diese stolze Serie auszubauen. In der gesamten NCAA (National Collegiate Athletic Association) kann aktuell nur eine einzige von 315 Mannschaften eine längere Siegesserie vorweisen, die Auburn Tigers haben 16 Mal in Folge gewonnen.
In ihrer Atlantic-10-Conference sind die Wildcats sogar ungeschlagen und liegen deutlich an der Spitze – und das, obwohl vor der Saison Experten fünf Colleges besser als Davidson eingeschätzt hatten.

Brajkovic hat viel Grund zur Freude. <span class="copyright">usa today sports</span>
Brajkovic hat viel Grund zur Freude. usa today sports

Im Ranking der besten 25

Im komplizierten amerikanischen College-System kämpfen alle Teams um insgesamt 68 Plätze beim Finalturnier, der sogenannten „March Madness“ („verrückter März), die ab 13. März ausgetragen wird. Davidson nahm bislang zum letzten Mal 2018 an diesem Finalturnier, das in den USA extrem populär ist, teil. Auf den ersten Sieg bei der „March Madness“ wartet das Team aus North Carolina seit 2008, damals war es Stephen Curry, der gleich für mehrere Sensationen und den Einzug ins Viertelfinale gesorgt hatte.
Inzwischen wird den vor der Saison völlig unbeachteten Wildcats Ähnliches zugetraut. Am Montag tauchten sie zum ersten Mal seit 2015 in der „Top 25 college basketball poll“ der Associated Press auf. Das ist für ein Team aus einer kleinen Conference, wie es die Wildcats sind, sehr ungewöhnlich. Selbst als Curry noch im College spielte, war für die Wildcats mit Rang 23 in diesem Ranking der Plafond erreicht. Als aktuell 25. könnte es durchaus noch weiter hinaufgehen, wenn Brajkovic und Co ihre Siegesserie fortsetzen.

Vor der Saison hatte der Feldkircher kurze Zeit für einen Heimaturlaub. <span class="copyright">steurer</span>
Vor der Saison hatte der Feldkircher kurze Zeit für einen Heimaturlaub. steurer

Drei Guards und Brajkovic

Der ehemalige Spieler der Dornbirn Lions hat in seinem vierten und letzten Collegejahr einen großen Entwicklungsschritt gemacht. In allen relavanten Statistiken hat sich Brajkovic verbessert. Er spielt inzwischen deutlich mehr und trifft fast 60 Prozent seiner Würfe aus dem Spiel. Der Feldkircher führt damit ein Quartett – bestehend aus Brajkovic und den drei Guards Hyunjung Lee, Foster Loyer und Michael Jones – an, das dem Spiel der Wildcats den Stempel aufdrückt. Beim NBA-Draft im Sommer werden Lee die größten Chancen auf einen Vertrag in der besten Liga der Welt eingeräumt. Doch ein guter Auftritt bei der „March Madness“ würde jeden NBA-Scout überzeugen.