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Diversion trotz gebrochener Nase

17.01.2022 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte hatte seinem Kontrahenten die Nase gebrochen.     <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock</span>
Der Angeklagte hatte seinem Kontrahenten die Nase gebrochen. Symbolbild Shutterstock

Verfahren wird unter gewissen Voraussetzungen eingestellt.

Der Gesetzgeber will, dass Gewalttaten strenger bestraft werden. Deshalb wurde der Strafrahmen für schwere Körperverletzung angehoben. Die Strafdrohung für das Verbrechen der schweren Körperverletzung beträgt sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Wegen einer solchen Tat wurde der 23-Jährige angeklagt. Dennoch kam er am Montag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch mit einer Diversion und damit mit einer milden Sanktion davon.

Wenn der unbescholtene Arbeitslose innerhalb der nächs­ten sechs Monate 140 Stunden an gemeinnütziger Gratisarbeit leistet und dem mutmaßlichen Opfer als Teilschmerzengeld 500 Euro bezahlt, dann wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden. Mit der vom Strafrichter gewährten milden Sanktion waren der von Martin Brunner verteidigte Angeklagte und die Staatsanwältin einverstanden. Eine Diversion zählt nicht als Vorstrafe.

Operation notwendig

Dem angeklagten Syrer wurde vor Gericht vorgeworfen, er habe im September 2021 in Feldkirch bei einer Auseinandersetzungen einem syrischen Landsmann mit Faustschlägen einen verschobenen Nasenbeinbruch und eine Schwellung am linken Auge zugefügt. Die gebrochene Nase musste im Krankenhaus operiert werden.

Der Angeklagte übernahm vor Gericht letztlich Verantwortung für sein Fehlverhalten. Aber er habe seinem Kontrahenten nicht die Nase brechen wollen. Die Schuld des Angeklagten sei trotz der schweren Körperverletzung keine schwere, meinte der Richter. Denn bei der Tat habe es sich um einen situationsbedingten Konflikt bei einem zufälligen Treffen vor einem Gastlokal gehandelt. Allerdings handelte es sich nicht um den ersten Konflikt zwischen den beiden Syrern. Schon im August 2021 hatte es zwischen ihnen eine Auseinandersetzung gegeben. Danach wurde der andere Syrer als Gewalttäter angeklagt. Er wurde aber wegen Notwehr rechtskräftig freigesprochen.