Kultur

Vielgestaltiger Rückblick auf die Krisenzeit

29.12.2021 • 21:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Blick in die Schau "Review Corona". <span class="copyright">Lisa Kammann</span>
Blick in die Schau "Review Corona". Lisa Kammann

Zahlreiche Künstler, die während der Pandemie aktiv waren, sind bei Lisi Hämmerle präsent.

Was die mit der Galerie Lisi Hämmerle verbundenen Künstler in der Coronazeit so alles gemacht haben, das zeigt die aktuelle „Review Corona“, in der rund 20 Künstler und Künstlerduos ausgewählte Arbeiten zeigen. Dabei erinnert sich der Besucher bei dem einen oder anderen Stück an vergangene Ausstellungen, die manchmal mit Veranstaltungsabsagen, eingeschränkten Vernissagen oder weiteren Pandemie-Problemen einhergingen, dann aber doch erfolgreich realisiert wurden. Ganz neue Werke sind ebenfalls zu sehen, und zu den zahlreichen Bildern gesellen sich Skulpturen und Keramikarbeiten dazu.

Bianca Tschaikner zeigt Werke aus Porzellan. <span class="copyright">Lisa Kammann</span>
Bianca Tschaikner zeigt Werke aus Porzellan. Lisa Kammann

Die russische Künstlerin Marina Koldobskaya wäre gerne wieder nach Bregenz gekommen, um eine Schau zu planen, erzählt Hämmerle. Doch Reisen von St. Petersburg nach Bregenz waren immer wieder schwierig. Nun ist sie zumindest mit einem ihrer Werke, die ihren gewohnt schwungvollen Pinselstrich zeigen, präsent. Die italo-brasilianische Künstlerin Debora Hirsch beschäftigt sich mit der naturkundigen Hildegard von Bingen, in ihren Bildern mit rätselhaften, an Pflanzen und organische Formen erinnernden Motiven spiegelt sich dieses Interesse wider.

Rotes Kleid

Glücklicherweise konnten bei Lisi Hämmerle von Anfang 2020 bis heute einige Ausstellungen realisiert werden, so auch von Monika Helfer und Sabine Morgenstern. Das rote, zur Skulptur gewordene rote Kleid erinnert an die Schau, sowie im Raum verteilten Textil-Teile, die von der Schriftstellerin mit Texten versehen und mit Polyurethan verstärkt wurden. Von Morgenstern ist etwa noch ein geschnürtes dreidimensionales Bild zu sehen. Auch Claudia Larcher war mit der Ausstellung „face2face“ in Bregenz präsent, zudem war der Wiener Künstler Albert Mayr zu Gast. Zur Vernissage seiner Schau „Row Row Row“ lieferte Mayr eine geniale Performance mit singenden Grußkarten – die Skizze dazu zeigt, wie es geht.

Zeichnungen von Albert Mayr.<span class="copyright"> Lisa Kammann</span>
Zeichnungen von Albert Mayr. Lisa Kammann

Ruth Schnell hat sich schon lange vor der Pandemie intensiv mit Viren beschäftigt. Auf ihren neueren Platinen-Drucken finden sich neben Mikroorganismen auch Zitate mit politischem Inhalt. Noch nie gezeigt hat Hämmerle den Grazer Künstler Georg Dinstl, den die Galeristin über David Reumüller kennengelernt hat. Nun zeigt sie drei Arbeiten von Dinstl mit grafischen Elementen. Das Interesse des Besuchers weckt eine Frau aus Keramik, die sich hinter einer Wand mit Fenster verbirgt – eine Arbeit von Georgij Melnikov. Andreas Heller hat hingegen ein Seil-Knäuel als Betonguss erschaffen.

Brotmännchen

Humorvoll sind etwa die Brotmännchen von Edith Hofer, die sie in Ölbildern porträtiert hat. Die Formen der Figuren mit ihren Rosinenaugen wecken Assoziationen, Plüschrahmen heben ihre skurrile Note hervor. Die Fotografien von Silke Maier-Gamauf und Romana Hagyo, die prominent im Raum platziert sind, haben ebenfalls einen weniger ernsthaften Anklang. An Hundeschutzkragen erinnern die textilen Objekte, die die Künstlerinnen tragen, während sie in Litauen durch die Dünen streifen. Im Mai oder Juni ist eine Ausstellung des Duos geplant, wie Hämmerle beim Besuch informierte.

„Review Corona“. Bis 4. Februar in der Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz. Mi. bis Sa., 15 bis 19 Uhr geöffnet.

Bianca Tschaikner zeigt Porzellanschalen und -Figuren auf einem kleinen Tischchen, dazu gibt es ihre Frauenporträts zu sehen. Diese dienten als Vorlage zur Schau „Zuhause in mir“, in der geflüchtete Frauen von ihrem Weg nach Vorarlberg erzählen. Mehr Sehenswertes gibt es etwa von Carmen Pfanner, Michaela Konrad, Werner Reiterer, Rudi Klein und Liddy Scheffknecht.