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Ein rot-weiß-roter Abschied mit Anstand

26.06.2021 • 22:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Österreich fordert Italien bis zum Ende, unterliegt aber 1:2 nach Verlängerung.

Der Favorit hat sich durchgesetzt. Italien gewinnt gegen Österreich im Achtelfinale der Euro mit 2:1 in der Verlängerung und steht im Viertelfinale, wo die Azzurri auf den Sieger der Partie zwischen Belgien und Portugal treffen. Österreich verkauft sich mehr als anständig gegen den dreifachen Weltmeister, ging in der 65. Minute sogar in Führung. Doch der Treffer von Marko Arnautovic wurde wegen abseits nach VAR-Stadium aberkannt. Mit dem 0:0 in der regulären Spielzeit hat Italien einen neuen Rekord aufgestellt. Die Mannschaft von Roberto Mancini ist nun 31 Spiele ohne Niederlage, die jüngsten 12 Partien ohne einen Gegentreffer in der regulären Spielzeit. Und Österreich? Die Mannschaft von Teamchef Franco Foda war in der ersten Hälfte bemüht, aber harmlos. Nach der Pause steigerten sie sich und forderten den Gegner. Es war ein Abschied mit Anstand.

Starker Beginn der Italiener

Franco Foda gab denselben Spielern vom Start weg die Chance, die beim 1:0-Sieg über die Ukraine ein gutes Spiel zeigten und damit den Aufstieg schafften. Österreich begann das Spiel konzentriert und motiviert. Übermotiviert in Person von Marko Arnautovic. Er sah bereits in der 2. Minute wegen eines Fouls am gegnerischen Strafraum an Nicolo Barella die Gelbe Karte. Die Italiener stellten aber sehr schnell klar, dass sie ihre Favoritenrolle auch umsetzen wollen. Daniel Bachmann (16.) reagierte nach Schuss von Barella von der Strafraumgrenze mit einer Fußabwehr. Ein guter Reflex, nach einer guten Chance. Die Azzurri machten in dieser Tonart weiter. Ciro Immobile (25.) taucht alleine vor Bachmann auf, braucht aber zu lange, den Ball unter Kontrolle zu bringen. David Alaba konnte klären. Viel Glück hatte die rot-weiß-rote Truppe in der 32. Minute. Immobile zog aus 18 Metern ab und traf nur die Stange. Bachmann wäre chancenlos gewesen. Was brachten die Österreicher in der Offensive zustande? Arnautovic (18.) versuchte es mit einem Weitschuss nach Pass von Marcel Sabitzer. Doch der Ball ging weit über das Tor von Gianluigi Donnarumma. Italien war die ersten 45 Minuten die klar bessere Mannschaft.

Führung von Arnautovic aberkannt

Nach dem Wechsel änderte sich nur wenig am Spiel. Die Italiener blieben am Drücker, die Österreicher liefen weiterhin mehr oder weniger hinterher. Auch, weil man sich mit ungenauen Zuspielen immer wieder selbst unter Druck gebracht hatte. Eine gute Chance hatte Alaba (52.) mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze. Der Schuss flog knapp über das Tor. Pech hatte auch Sabitzer (62.) mit einem Schuss aus 18 Metern. Sein Schuss wurde abgefälscht und verfehlte dadurch das Tor. Und dann – in der 65. Minute – passierte es. Arnautovic traf per Kopf zum 1:0, nach Vorlage von Alaba. Allerdings. Der Video-Assistent (VAR) erkannte das Tor wegen Abseitsstellung von Arnautovic ab. Aber die Österreicher spielten besser, die Italiener hatten mehr Respekt, agierten nicht mehr mit jener spielerischen Klarheit, in der sie die erste Hälfte dominiert hatten. Die Mannschaft von Franco Foda steigerte sich mit Fortdauer der Begegnung. Und weil in der regulären Spielzeit keine Tore fielen, ging die Partie in die Verlängerung.

Nur fünf Minuten haben die Italiener in der Verlängerung gebraucht, um aus ihrer Sicht das erlösende Tor zu erzielen. Der in der 84. Minute eingewechselte Frederico Chiesa traf in der 95. Minute zum 1:0. Die Entscheidung ist in der 105. Minute gefallen, als Matteo Pessina zum 2:0 getroffen hatte. Nach dem Wechsel prüfte der eingewechselte Louis Schaub (106.) Gianluigi Donnarumma. Es war eine unfassbare Parade des italienischen Torhüters. Es folgten Chancen von Sabitzer (111.) und abermals Schaub (112.). Sasa Kalajdzic (114.) gelang der Anschlusstreffer per Kopfball auf Kniehöhe. Mehr gelang leider nicht mehr. Italien jubelt, für Österreich ist die EM zu Ende.