Österreich

Skifahren bleibt in Österreich erlaubt

17.01.2021 • 17:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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++ THEMENBILD ++ WINTERTOURISMUS / SKISAISON / WINTERSPORT / TOURISMUS /? ALPINISMUS / SKIGEBIETE (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Skifahren und Eislaufen bleiben nach Entscheidung der Länder erlaubt.

Die offenen Skigebiete in Österreich haben in den vergangenen Wochen wiederholt für Debatten gesorgt. Zuletzt wurde spekuliert, dass ein verlängerter Lockdown auch dazu führen könnte, dass die Skigebiete wieder schließen müssen. Dazu kommt es aber nicht. Freizeitsport im Freien, eben Skifahren, aber auch Eislaufen bleibt erlaubt.

Das war eine Entscheidung der Länder. Die Frage war laut dem steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) nicht unumstritten, man habe sich aber entschieden, die geltenden Regeln für die restlichen Lockdown-Wochen nicht wieder zu ändern. „Es hätte wohl wenig Sinn gehabt, das alles wieder aufzuschnüren. Zudem haben die Skigebiete nun ihre Sicherheitskonzepte noch einmal nach den ersten Erfahrungen nachgeschärft.“

Reaktion aus der Steiermark

Der steirische Seilbahner-Obmann Fabrice Girardoni verweist in einer ersten Reaktion auf die weitere Skilift-Öffnung darauf, „dass die Regierung nun auf unsere mehrmals nachgeschärften Sicherheitskonzepte vertraut.“

Dem oft – auch von internationalen Medien – gebrachten Bild von dauerhaftem Ansturm auf die Skilifte möchte er jedoch entgegenhalten: „Niemand verdient sich hier eine goldene Nase. Ganz im Gegenteil. Die Auslastung ist durch die Bank desaströs, sodass meist nicht einmal die variablen Kosten gedeckt sind.“

Größere Skigebiete berichten von einem Minus von bis zu 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie passt das zum Bild vom „Ansturm“? Selbst im besten Fall, dürfen nämlich fast alle (außer Schlepplift-Skigebiete) nur 50 Prozent der Normalkapazität zulassen. An den meisten Tagen unter der Woche liege man aber weit darunter. „Dazu kommt, dass wir ja fast ausschließlich Halbtageskarten verkaufen, weil ohne Gastro niemand so lange bleibt“.

Wäre es den Skigebieten also am Ende lieber gewesen, man hätte sie behördlich zugesperrt? „Das wäre vor allem eine Frage der Alternativen, welche Unterstützungsmodelle es gegeben hätte.“

Planai-Boss Georg Bliem jedenfalls kündigte am Samstag gegenüber der Kleinen Zeitung an, auch weiterhin „im Sinne der Mitarbeiter“ offenhalten zu wollen, auch wenn eine Schließung wirtschaftlich sinnvoller sei.

Dabei hatte Epidemiologe Gerald Gartlehner erst am Freitag in der ZiB2 noch einmal erklärt, dass genau diese Widersprüchlichkeit – „Ich darf mit Freunden Skifahren gehen, aber ich darf sie nicht woanders treffen“ – aus epidemiologischer Sicht mit ein Grund für die Corona-Müdigkeit der Bevölkerung sei.

Andererseits hat sich an den Wochenenden vor der Skilift-Öffnung gezeigt, dass auch ohne Liftbetrieb Tausende Wintersportler – unkontrolliert – in und um Skigebiete unterwegs waren.

„Mit der neuerlichen Verschiebung des Öffnungsdatums wurde in vielen Regionen das Saisonende quasi besiegelt„, beklagt nun indes der Tourismusspartenobmann in der Wirtschaftskammer Tirol, Mario Gerber. „Für den Tourismus ein Totalausfall, nachdem schon der letzte Winter frühzeitig beendet wurde.“