Terrormiliz IS beansprucht Raketenangriff in Kabul für sich

20.07.2021 • 13:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat einen Raketenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul für sich beansprucht. Dienstagfrüh (Ortszeit) waren laut Innenministerium in der Nähe des Präsidentenpalastes mindestens drei Raketen eingeschlagen. Die Geschosse gingen im Stadtzentrum unweit einer Zeremonie nieder, an der Afghanistans Präsident Ashraf Ghani teilnahm. Laut der Nichtregierungsorganisation Emergency wurden mindestens sechs Menschen verletzt.

Aus dem Innenministerium hieß es zudem, eine Rakete habe ein nur wenige Meter vom Präsidentenpalast entferntes Regierungsgebäude getroffen. In einem Video des Senders ToloNews war zu sehen, wie Ghani, Vizepräsident Amrullah Saleh und weitere hochrangige Politiker trotz des Raketenangriffs weiter beteten.

Der IS teilte auf seiner Plattform Nashir News mit, „Soldaten des Kalifats“ hätten den Präsidialpalast des „afghanischen Tyrannen“ angegriffen. Sie hätten mit sieben Raketen des Typs Katjuscha den Palast und innerhalb der sogenannten Grünen Zone von Kabul angegriffen und die Ziele direkt getroffen.

In einer Ansprache kurz nach dem Vorfall hatte Präsident Ghani die militant-islamistischen Taliban für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die Islamisten hätten weder den Willen noch die Absicht, die anhaltenden Konflikte politisch beizulegen, sagte er. Man könne das Land nicht mit Raketen erobern, sondern nur, indem man die Herzen der Menschen für sich gewinne.