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Impfung: Angehörige und Freunde bevorzugt

24.01.2021 • 13:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Impfung: Angehörige und Freunde bevorzugt

In Italien laufen Ermittlungen um die Anti-Covid-Impfkampagne.

Hunderte Dosen Impfstoff seien von Ärzten und Krankenpflegern Angehörigen und Freunden injiziert worden, obwohl diese nicht zu den Kategorien gehörten, die bei den Impfungen Vorrang haben. Auch Angehörige von Lokalpolitikern seien begünstigt worden, lautet der Verdacht. Die Ermittlungen betreffen mehrere Städte, von Biella im norditalienischen Piemont bis Ragusa auf Sizilien.

In einem Krankenhaus in Palermo wurden 333 der insgesamt 1.121 verabreichten Impfungen unter die Lupe genommen. Vermutet wird, dass nicht nur Gesundheitspersonal und Patienten von Seniorenheimen, sondern auch Lokalpolitiker, Unternehmer und deren Bekannte geimpft worden seien. Der Leiter eines Impfzentrums in einem Krankenhaus der sizilianischen Stadt Scicli wurde seines Amtes enthoben, nachdem festgestellt wurde, dass er seine Frau, fünf ehemalige Bürgermeister von Kleingemeinden der Gegend und andere Bekannte auf die Impfliste gesetzt hatte.

Italien verschärft auch die Kontrollen gegen den Handel mit falschen Anti-Covid-Impfdosen und -Medikamenten im Internet. Auf dem Mailänder Flughafen Malpensa wurden 2.480 Packungen von Medikamenten im Wert von über 150.000 Euro aus China beschlagnahmt, die ohne Genehmigung der italienischen Gesundheitsbehörden eingeführt worden waren. Sie hätten angeblich chinesischen Bürgern in Italien bei Behandlungen zur Vorbeugung von Coronavirus-Ansteckungen dienen sollen.

Italiens Sicherheitskräfte warnen immer wieder vor Webseiten, die Impfdosen und Medikamente gegen das Coronavirus anbieten. 250 Webseiten dieser Art seien zuletzt gesperrt worden.