International

Sorge vor drohender Insolvenzkrise wächst

24.10.2020 • 10:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
EUROFIGHTER-U-AUSSCHUSS: MOLTERER
EUROFIGHTER-U-AUSSCHUSS: MOLTERER APA/SARAH KVECH

EIB-Vizepräsident Molterer: Von Krisen- in Zukunftsmodus schalten.

War bisher von einer drohenden Insolvenzwelle als Folge der Corona-Pandemie die Rede, so spricht man nun bereits von einer drohenden Insolvenzkrise in Europa im kommenden Jahr. Es wäre eine Kettenreaktion auf die Wirtschaftskrise, die Europas Wirtschaftsleistung heuer um über sieben Prozent einbrechen lässt. Die Folge ist eine Liquiditätskrise, die viele Unternehmen trifft. „Wir unternehmen alles, um mit Staatshilfe entgegenzuwirken“, sagte Europaministerin Karoline Edtstadler bei den 4. Millstätter Wirtschaftsgesprächen. Ohne das Entgegenwirken der Staaten würde eine Insolvenzkrise drohen“, berichtete sie „düstere Szenarien“ von der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Luxemburg.

Wilhelm Molterer, Vizepräsident der EIB, aber in Millstatt als privater Vortragender, erklärte, dass Europa vom Krisenmodus auf Zukunftsmodus umschalten müsse. Zentrale Frage sei, „wie sich Europa in einer multipolaren Welt, in der China mit 25 bis 30 Prozent des globalen GDP Europa und die USA überholt hat, positioniert.“

Hurun-Report: Chinas Milliardäre noch reicher

Der Hurun-Report des Engländers Rupert Hoogewerf, dessen chinesischer Name Húrùn lautet, zeige laut Molterer auch in der Digitalisierung die wachsende Macht Chinas. Laut Hurun-Liste der Superreichen mit mehr als einer Milliarde Dollar Vermögen sind diese heuer noch sehr viel reicher geworden: Ihr Vermögen wuchs um insgesamt 1,5 Billionen Dollar – „vor allem mit modernen Technologien“ so Molterer. „China will die ökonomische und politische Führung der Welt.“ In seiner Videobotschaft wies der Botschafter der Volksrepublik China in Wien, Li Xiaosi, jeglichen Aggressionsverdacht für China zurück.

„Wir befinden uns in einer Renaissance des Staates. Egal, ob US-Handelsprotektionismus, chinesischer Staatskapitalismus, europäischer Schutz von Schlüsselindustrien oder digitale Transformation – überall spielt staatliches Handeln eine prioritäre Rolle, so Alfons Helmel und Markus Gruber, die Initiatoren der Wirtschaftsgespräche, die sich stetig zu einem kleinen, aber feinen Kärntner Alpbach entwickeln.