Besser leben

Kosten für Eltern drohen zu steigen

01.07.2020 • 14:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeiterkammer warnt vor Kostenlawine für Eltern von Schulkindern
Arbeiterkammer warnt vor Kostenlawine für Eltern von Schulkindern katyspichal – stock.adobe.com

Arbeiterkammer warnt vor starkem Kostendruck auf Eltern von Schulkindern.

„Der Schulerfolg der Kinder darf nicht vom Börsel der Eltern abhängen“, sagt Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer. „Die öffentliche Schule muss öffentlich finanziert werden.“ Eltern müssen schon jetzt bis zu 1.300 Euro im Jahr zur Schule zuschießen, ergab bereits 2016 eine AK-Umfrage – sie müssen etwa für Laptops zahlen, die manche Schulen schon lange verlangen und ohne die während der Corona-Schließung kein Mitkommen in der Schule möglich war; oder für Sommerbetreuung, nach der es heuer übrigens höheren Bedarf gibt.

„Der Kostendruck wird nicht nachlassen“, warnt Anderl. Um die Kostenlawine zu stoppen, bittet sie die Eltern, jetzt beim Kosten-Monitoring der Arbeiterkammer unter www.schulkosten.at mitzumachen.

Eltern sollen Kosten melden

Das Schulkosten-Monitoring wird von den Arbeiterkammern Burgenland, Salzburg, Niederösterreich, Kärnten, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien gemeinsam durchgeführt. Eltern können sich ab sofort anmelden und ab September 2020 ein Jahr lang notieren, welche Zusatz-Kosten sie zum Schulbesuch ihrer Kinder tragen müssen. Anderl: „Damit helfen Sie uns, den Finger auf die jeweils aktuelle Teuerungs-Wunde durch die Schule zu legen und die Kostenlawine für Eltern zu stoppen.“

Was jetzt schon als Mehrbelastung zusätzlich zu den bisherigen Zusatzkosten der Eltern abzusehen ist: Vier von zehn Familien mit Volksschulkindern brauchen mehr Sommerbetreuung für ihre Kinder als sonst – über alle Schultypen hinweg sind es drei von zehn Familien. Weiters stieg der Bedarf nach Laptops oder Tablets für die Kinder.

„Regierung muss Maßnahmen setzen“

Die Ergebnisse des Schulkosten-Monitorings wird die Arbeiterkammer der Bundesregierung vorlegen. Diese müsse Maßnahmen gegen zusätzliche Schulkosten für die Eltern setzen. Das sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Keine Maßnahme gegen Zusatzkosten für die Eltern von Schulkindern sei laut Anderl übrigens, dass der Bund ab Herbst 2021 die Schüler der Mittelstufe mit Laptops ausstatten wird, die Eltern aber ein Viertel davon selber zahlen müssen – also mindestens 75 Euro pro Gerät: „Die Zusatzbelastung der Eltern muss gesenkt werden, nicht erhöht.“