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Raubüberfall von 2003: Sechs Jahre Gefängnis

21.01.2022 • 15:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nun ist das Urteil rechtskräftig.     <span class="copyright">Shutterstock</span>
Nun ist das Urteil rechtskräftig. Shutterstock

Höchstgericht bestätigte rechtskräftig Schuldspruch und Strafe und wies auf heimtückisches Vorgehen hin.

Nach 19 Jahren wurde das Strafverfahren nach dem brutalen Überfall abgeschlossen. Wegen schweren Raubes wurde der unbescholtene 63-Jährige zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte den Schuldspruch und das Strafmaß des Landesgerichts Feldkirch vom Mai 2021. Das Höchstgericht in Wien verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten und gab seiner Strafberufung keine Folge.

Der Strafrahmen betrug 5 bis 15 Jahre Haft, weil das Opfer schwer verletzt wurde. Die Richter legten die Strafe im unteren Bereich fest, weil der Angeklagte unbescholten ist und teilweise geständig war und die Tat schon lange zurückliegt. Als Schadenersatz hat der Gelegenheitsarbeiter dem Geschädigten 8000 Euro zukommen zu lassen.

Mit Fahrrad geflüchtet

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der angeklagte Lokalgast am 19. Juni 2003 in Gaißau nach der Sperrstunde einem anderen Lokalgast in dessen Auto 2990 Euro aus der Hosentasche geraubt. Dabei hat der Oberösterreicher den zunächst schlafenden Unternehmer laut Urteil mit Schlägen mit einer vollen Bierflasche und einem Holzbrett auf den Hinterkopf schwer verletzt. Danach ist der Täter mit seinem Fahrrad in die Schweiz geflüchtet.

2013 wurde der Österreicher in der Schweiz wegen Diebstahls verurteilt. Dabei wurden von ihm Fingerabdrücke genommen, die zu den DNA-Spuren vom Gaißauer Tatort passten. Der unstete Oberösterreicher konnte aber erst 2020 in Frankreich, wo er zuletzt gelebt hat, verhaftet werden. Der Feldkircher Schöffensenat ging davon aus, dass die Schweizer Vorstrafe inzwischen getilgt ist. Deshalb galt der Angeklagte als unbescholten.

Freispruch beantragt

Der Verteidiger beantragte einen Freispruch wegen Verjährung. Weil sein Mandant nur einen räuberischen Diebstahl mit Gewaltanwendung erst nach dem Gelddiebstahl begangen habe. Die Richter in erster und zweiter Instanz verwiesen aber darauf, dass der Angeklagte bereits bewaffnet mit der Bierflasche und dem Brett ins Auto des Opfers eingestiegen ist.

Die sechsjährige Haftstrafe hielt der OGH-Senat für angemessen. Zwar liege der zusätzliche Milderungsgrund der Alkoholisierung vor. Andererseits sei aber auch von einem weiteren, vom Erstgericht übersehenen Erschwerungsgrund auszugehen. Denn der Überfall auf das zunächst schlafende Opfer sei heimtückisch gewesen.