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Frastanz stemmt nächstes Großprojekt

21.01.2022 • 19:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Parzelle Fellengatter sollen Kinderbetreuung, Kindergarten und Volksschule unter einem Dach vereint werden.   <span class="copyright">Stiplovsek</span>
In der Parzelle Fellengatter sollen Kinderbetreuung, Kindergarten und Volksschule unter einem Dach vereint werden. Stiplovsek

Die Parzelle Fellengatter bekommt ein neues Bildungszentrum. Ein Architekturwettbewerb wurde kürzlich ausgeschrieben.

Vor rund einem Jahr haben Kinder und Pädagogen das neue Bildungszentrum Hofen im Ortszentrum von Frastanz bezogen. Das mit dem Staatspreis für „Architektur und Nachhaltigkeit“ prämierte Gebäude gilt als das mit Abstand größte Hochbauprojekt in der Geschichte der Marktgemeinde. Knapp 20 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben.

Bereits ein halbes Jahr später wurden trotz angespannter Finanzlage die Weichen für das nächste Großprojekt gestellt: Wieder handelt es sich um ein Bildungszentrum, gebaut wird diesmal in der größten Parzelle Fellengatter. Die Marktgemeinde geht von Nettoerrichtungskosten in der Höhe von rund 15,5 Millionen Euro aus, wobei hier die Kosten für den Abbruch und für die Ersatzräume während der Bauphase noch nicht eingerechnet sind.

Laut Bürgermeister Walter Gohm (ÖVP) besteht dringender Handlungsbedarf. „Die bestehenden Gebäude stammen aus den Jahren 1951 bzw. 1973 und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.“ Zudem sei ein Neubau auf lange Sicht wesentlich vernünftiger als eine Sanierung.

Clusterschule

Der Architekturwettbewerb wurde im vergangenen Dezember ausgeschrieben. Die Bauaufgabe: Das Betreuungs- und Bildungsangebot für Kinder im Alter von eineinhalb bis zehn soll in einem gemeinsamen Gebäudeensemble neu organisiert werden. Kleinkindbetreuung, Kindergarten und Volksschule werden unter einem Dach vereint, die bestehenden Einzelgebäude abgebrochen.

Das Raumprogramm umfasst laut Wettbewerbsunterlagen rund 2600 Quadratmeter Nettonutzfläche. Für die Volksschule wünscht sich die Gemeinde eine Clusterlösung mit je zwei Klassen, einem Marktplatz und einem Gruppenraum für rund 100 Schüler. Für den Kindergarten sind drei Gruppenräume mit Nebenräumen für maximal 75 Kinder angedacht. Zwei Gruppenräume mit Nebenräumen für maximal 24 Kinder bekommt die Kinderbetreuung. Die Turnhalle des Bildungszentrums soll auch außerschulisch genutzt werden können, etwa von Vereinen.

Am Montag endete die Frist für die Abgabe der Teilnahmeanträge. Aus dem Bewerberpool nominiert das Preisgericht im Februar 20 Architekturbüros sowie zusätzlich fünf junge Büros, deren Befugnis nicht älter als fünf Jahre alt ist. Die Architekten haben in weiterer Folge bis Juni Zeit, ihre Pläne und Modelle zu erstellen. Die Sitzung des Preisgerichts, dem unter anderem der Bregenzer Architekt Matthias Hein sowie der Bürgermeister und die Vizebürgermeisterin Michaela Gort angehören, findet ebenfalls im Juni statt. Für die drei ersten Preise sowie zwei Anerkennungspreise sind insgesamt 72.000 Euro vorgesehen.

Familiensilber

Das Projekt stellt die Gemeinde jedenfalls vor große Herausforderungen, immerhin hat die Kommune mit dem neuen Bildungszentrum Hofen erst vor kurzem ein kostenintensives Projekt abgeschlossen. Um den Neubau in Fellengatter überhaupt stemmen zu können, muss sich die Marktgemeinde von Grundstücken im Ortszentrum trennen. So sollen die 2500 Quadratmeter großen „Gassner Gründe“ verkauft und der Erlös für den Bau des Bildungszentrums zweckgewidmet werden. Den entsprechenden Antrag hat die Gemeindevertretung bereits im Dezember einstimmig abgesegnet. „Die beiden Großinvestitionen werden unseren Spielraum über Jahre hinaus erheblich einschränken“, macht Bürgermeister Gohm keinen Hehl aus der finanziellen Lage der Gemeinde.