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Nichts wird es mit weißen Weihnachten

20.12.2021 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Bödele, wo diese Familie am Skifahren ist, könnte sich der Schnee halten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Am Bödele, wo diese Familie am Skifahren ist, könnte sich der Schnee halten. Hartinger

Tauwetter statt weißer Pracht lautet das Motto für die Feiertage.

„Vom Schnee sind wir weit weg. Der, der jetzt noch liegt, wird sich verabschieden und neuer ist nicht in Sicht“, lautet die ernüchternde Prognose von Alexander Radlherr für das Wetter über die kommenden Feiertage. Der Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck stellt für das Wochenende eher wärmere Temperaturen in Aussicht. Wieder einmal taut es zu Weihnachten anstatt zu schneien.

Sonnig und warm

Ab Donnerstag kommt eine milde Westströmung, die am Heiligabend für leichten Föhn und Temperaturen von über zehn Grad sorgt, so die Prognosen. Auch am Samstag, dem Christtag, bleibt es mild. Da dürfte es laut Radlherr allerdings viele Wolken und auch leichten Regen geben. Der Sonntag, der Stefanitag, ist hingegen wieder sonnig und warm. Schnee ist auch nachher weit und breit nicht in Sicht, zerstört der Meteorologe jegliche Hoffnung auf die weiße Pracht.

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Quelle: ZAMG

„I‘m dreaming of a white Christmas“ hat Bing Crosby schon in den 1940er-Jahren gesungen. Nicht viel mehr als ein Traum bleiben weiße Weihnachten aber auch hierzulande in den meisten Jahren, wie ein Blick auf die Statistik zeigt (siehe auch Grafik zu Bregenz). Schnee an diesen Feiertagen ist wie auf der Grafik ersichtlich zumindest im Rheintal und Walgau auf jeden Fall nicht die Regel, sondern „eher etwas Besonderes“, wie es Radlherr formuliert. Der Schneemangel hat sich den letzten zwei, drei Jahrzehnten laut dem Experten noch verstärkt, „Stichwort Klimaerwärmung“.

Das bis dato letzte Jahr, in dem es in ganz Vorarlberg weiße und schön kitschig klischeehafte Weihnachten gab war 2010. Damals herrschte nahezu überall eine gute Schneelage. In den Tagen zuvor hatte es sehr viel geschneit, sodass auch die Räumdienste besonders in den Städten teilweise ihre Probleme hatten.

Zwei Jahre später, im Dezember 2012, lag am Monatsanfang schon einiges an Schnee, informiert der Meteorologe. Bis zu den Weihnachtsfeiertagen hat er allerdings nicht gehalten. Im Lauf des Monats wurde die weiße Pracht immer weniger beziehungsweise verschwand unter 800 Meter Seehöhe komplett.

Ein Christbaumverkäufer in Dornbirn im Jahr 2010 kurz vor Weihnachten.    <span class="copyright">Hartinger</span>
Ein Christbaumverkäufer in Dornbirn im Jahr 2010 kurz vor Weihnachten. Hartinger

Zwei weitere Jahre später gab es im Dezember ebenfalls viel Schnee – dieses Mal aber zu spät. 2014 hat es nämlich am 27. Dezember angefangen zu schneien – dann aber richtig, sodass es auch im Rheintal und Walgau ordentlich eingewintert hat, erzählt Radlherr. 2017 gab es dann zu Weihnachten zumindest auf den Bergen schon recht viel Schnee.

Weiße Ostern

Nachdem somit heuer zu Weihnachten nicht mit Schnee gerechnet werden kann, wird aber – wenn man den Bauernregeln glauben will – das nächste Festtagswochenende weiß sein, denn „Weihnacht, die im grünen Kleid, hält für Ostern Schnee bereit“.