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„Die Frage ist nicht ob, sondern wann“

17.12.2021 • 19:07 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Durch die Omikron-Mutation droht bereits im Jänner die nächste Infektionswelle.

Wir bereiten uns vor auf das was kommt, mit steigenden Infektionszahlen im Jänner“, sagte Landesrätin Martina Rüscher bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz zur Ausbreitung der Omikron-Variante in Vorarlberg.
Fünf Fälle mit der Virusmutation wurden bereits in Vorarlberg festgestellt, Tendenz steigend. Vier weitere Verdachtsfälle sind derzeit noch in Abklärung. Aus anderen Ländern wie Norwegen, Großbritannien oder Dänemark weiß man bereits, dass die neue Virusvariante deutlich infektiöser ist als der Vorgänger Delta. Die Replikationsrate ist laut dem Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher drei bis vier Mal höher als bei Delta. Es sei daher keine Frage, ob sich Omikron bei uns durchsetzt, sondern nur wann.

Fälle im Land auswerten

Aus diesem Grund hat die Landesregierung mit Start in der vergangenen Woche begonnen, die Systempartner an einen Tisch zu holen und die Szenarien für die Ausbreitung der neuen Variante zu skizzieren. Verschiedene Handlungsempfehlungen wurden ausgesprochen und teilweise schon umgesetzt. So wurde in der Pathologie in Feldkirch die Möglichkeit geschaffen, die Verifizierung auf die Omikronvariante durchzuführen. Ab nächster Woche ist das somit im Land möglich. Bis dato mussten die Proben immer nach Wien geschickt werden, ein Ergebnis kam oft zwei bis drei Wochen später – zu spät, um dann entsprechend reagieren zu können. Außerdem wurde das Kontaktpersonenmanagement verschärft. Wer mit einem Omikron-Infizierten in Kontakt kam, muss zwei Wochen in Quarantäne und ist somit automatisch als Kontaktperson 1 gelistet. Ein Freitesten gibt es nicht, auch nicht für Genesene oder Geimpfte. Erst nach 14 Tagen entscheidet ein negatives PCR-Ergebnis, ob die Person aus der Absonderung entlassen werden kann.

Martina Rüscher.<span class="copyright"> Hofmeister/VLK</span>
Martina Rüscher. Hofmeister/VLK

Nicht ganz so hart ist die Regelung für Personen, die in Gesundheits-, Pflege- oder Sozialberufen tätig sind. „Wer in diesen Berufen eine Maske getragen hat, gilt als geschützter Kontakt und wird daher nicht abgesondert“, erklärt Rüscher. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass ansonsten die medizinische Versorgung vor dem Kollaps stehen würde, müsste man das Personal nach Omikron-Kontakt absondern.

Zusätzlich wird die Inbetriebnahme des Notversorgungszentrum in der Dornbirner Messe geprüft. In Absprache mit den Verantwortlichen werden diese Betten derzeit auf den neusten Stand gebracht, um im Notfall aktiviert zu werden. „Das haben wir bisher nicht gebraucht, aber es ist wichtig, vorbereitet zu sein“, erklärte Landeshauptmann Markus Wallner.
Aus anderen Ländern Europas, vor allem aus Dänemark, gibt es derzeit leichte Anzeichen, dass die Verläufe der Omikron-Variante eine ähnliche Schwere haben wie jene von Delta. Dies würde bei einer höheren Ansteckungsrate natürlich auch einen Anstieg bei den Hospitalisierungen bedeuten.
„Ich will keine Angst verbreiten, das liegt mir fern, aber man muss professionell planen. Es kann schon sein, dass die Rate schnell nach oben geht, und dann müssen wir vorbereitet sein“, sagte Wallner.

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Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Sams/VLK

Boostern wichtig

Daher appellieren die Politiker nochmals an die bereits Geimpften oder Genesene, sich den Booster abzuholen. Wer noch gar nicht geimpft ist, soll sich dringend die Erstimpfung verabreichen lassen.
„Wer genesen ist, aber noch nicht geimpft, sollte sich vier Wochen nach der Erkrankung impfen lassen. Bei geimpft und erkrankt ist eine Auffrischung sechs Monate nach der Genesung empfohlen. Der dritte Stich sollte für die anderen ab dem vierten Monat nach der Zweit­impfung gemacht werden“, erklärte Rüscher abschließend.

Kinderimpfung

Derzeit werden über das Vorarlberger Impfdashboard spezielle Termine für die Kinderimpfung, sprich Kinder zwischen fünf und elf Jahren angeboten. Wie Landesrätin Rüscher aber klarstellt, kann man die Minderjährigen auch ohne Termin in den Impfstraßen Vorarlbergs impfen lassen. Die Termine für die Impfzeiten ohne Termin und die Öffnungszeiten der verschiedenen Impfkojen finden Interessierte unter vorarlberg.at/vorarlbergimpft/ohne-anmeldung