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Mit einem kleinen Plus ins neue Jahr

06.12.2021 • 20:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
1,5 Prozent mehr gibt es für jedes der Vorarlberger Kulturhäuser. <span class="copyright">Markus Tretter</span>
1,5 Prozent mehr gibt es für jedes der Vorarlberger Kulturhäuser. Markus Tretter

Erhöhung des Kulturbudgets 2022 fließt in verschiedene Bereiche.

Ein leichtes Plus von insgesamt rund vier Prozent verzeichnet das Kulturbudget 2022 im Vergleich zum Vorjahr. Während sich die Erhöhungen auf verschiedene Posten verteilen, gibt es für den Gesamtbetrieb der Kuges (Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft mbH) ein um 1,5 Prozent höheres Budget, ebenso für die einzelnen Häuser Vorarlberger Landestheater, vorarlberg museum und Kunsthaus Bregenz. Für Kuges-Geschäftsführer Werner Döring ist nach den schwierigen zwei Corona-Jahren dennoch ein Sparprogramm angesagt, wie er im Gespräch anmerkt. Die Planungsphase der Sanierung des Landestheaters soll laut Döring im nächsten Jahr beginnen.

Winfired Nußbaummüller leitet die Kulturabteilung des Landes. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Winfired Nußbaummüller leitet die Kulturabteilung des Landes. Klaus Hartinger

Wohin fließen nun die zusätzlichen Gelder im Kulturbudget? Eine Erhöhung gibt es etwa im Bereich der Kunstankäufe des Landes Vorarlberg, die über die Kuges organisiert werden. Um 30.000 Euro mehr, also insgesamt 130.000 Euro stehen nächs­tes Jahr für die Ankäufe zur Verfügung. Für Winfried Nußbaummüller, Leiter der Kulturabteilung des Landes, ist dies ein „signifikantes Zeichen“, dass mehr zeitgenössische Kunst angekauft werde, wie er bei einem Gespräch über die Zahlen anmerkt.

Insgesamt wurde das Budget um mehr als eine Million Euro erhöht, und beträgt nun im Gesamten 24.500.000 Euro.

Prekariat

Ein anderer Teil des Budgets fließt in die Prekariatsforschung. In Kooperation mit der FH Dornbirn soll erhoben werden, in welchen Sparten sich in welcher Weise prekäre Verhältnisse zeigen würden, und wie diesbezüglich gefördert werden soll. Etwa in den nächs­ten zwei Jahren werde in diese Richtung geforscht, so Nußbaummüller. Außerdem gebe es ein Projekt zur sogenannten Nicht-Besucherforschung. Dabei soll eruiert werden, welche Publikumsschichten mit den Förderungen erreicht werden, erklärt der Abteilungsleiter. Neben der FH sei an dieser Studie unter anderem auch das vorarlberg museum beteiligt.

Kleinkinos

Eine zusätzliche Hilfe gibt es für die Kleinkinos, die durch die Pandemie zusehends als „bedrohte Art“, so Nußbaummüller, angesehen werden können. Dieser Posten wurde um 25.000 auf 105.000 Euro erhöht, auch für die Alpinale gibt es mehr Geld. Bei den Museen und Ausstellungshäusern gibt es unter anderem für das Lustenauer Dock 20 und für die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler im Palais Thurn & Taxis mehr Förderung. Die Heimatmuseen, etwa die Erneuerung des Heimatmuseums in Bezau, werden verstärkt gefördert. Im Bildungsbereich wird der neue Verein Double Check bedacht, für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes gibt es ein weiteres Plus.

Kuges in Zahlen

41.100 Euro mehr bekommt das Kunsthaus Bregenz. Das Budget 2022 liegt damit bei 2.778.100 Euro.

59.300 Euro gibt es für das vorarlberg museum obendrauf. Das macht ein Budget von 4.014.300 Euro.

60.100 Euro erhält nächstes Jahr das Vorarl­berger Landestheater zusätzlich. Insgesamt liegt das Budget für das Theater damit bei 4.066.100 Euro.

Im Herbst 2022 soll zudem die nächste Kulturenquete stattfinden. 2015 gab es die letzte Enquete, nun sei es bald wieder an der Zeit, auf das in der Vergangenheit Erreichte zurückzublicken, so der Kulturabteilungsleiter. Unklar ist hingegen noch immer, ob nächstes Jahr die Kreditbindung im Kulturbudget greift, so Nußbaummüller. Wäre dies der Fall, müsse die Kulturabteilung bei bestimmten Förderungen zehn Prozent zurückhalten, erklärt er. Es gebe aber bereits eine „politische Absicht“, die Kreditbindung im Kulturbudget erneut nicht geltend zu machen.

Interner Beschluss

Kuges-Geschäftsführer Werner Döring sieht das Plus von 1,5 Prozent nicht nur positiv, damit liege man immer noch 1,5 Prozent unter dem Budget von 2020, wie er anmerkte. Gerade durch die Pandemie, etwa durch den Zuschauerrückgang, müsse weiter gespart werden. Nußbaummüller hingegen verweist auf die Rücklagen, auf die die Kuges zurückgreifen könne. Was die Sanierung des Landestheaters betrifft, so gebe es bereits einen internen Beschluss des Aufsichtsrats, informiert Döring. Der Wille sei also vorhanden, das Projekt rasch voranzutreiben. 2022/23 soll die Kostenaufstellung erfolgen und die Planungsphase beginnen, ein Baubeginn 2024/25 sei wahrscheinlich. Die Kosten sollen auf Land, Stadt und Kuges aufgeteilt werden. Aus der Politik vernehme Döring diesbezüglich „positive Signale“.