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Schwere Unwetter in Österreich sorgen für Feuerwehreinsätze

31.07.2021 • 16:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aufräumarbeiten nach einem schweren Unwetter im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich
Aufräumarbeiten nach einem schweren Unwetter im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich APA/EINSATZDOKU

Weite Teile Österreichs sind erneut von schweren Unwettern getroffen worden.

Unwetter in der Nacht auf Samstag haben in Vorarlberg zu rund 60 Einsätzen der Feuerwehren geführt. Vielerorts seien Bäume umgestürzt und Dächer teilweise abgedeckt worden, berichtete der ORF Vorarlberg. Betroffen war vor allem der Bezirk Bludenz. Ein 84-Jähriger rutschte zudem in Wolfurt beim Versuch, einen Baum von einer Straße zu räumen 30 Meter über steiles Waldgelände ab und wurde verletzt, informierte die Polizei.

Gewitter in Tirol und Regen in Graz

Auch in Tirol gewitterte es heftig. Betroffen waren vor allem Innsbruck und Umgebung sowie das Oberland mit umgestürzten Bäumen und Wasser in Kellern. Im Unterland hagelte es teilweise stark. In Südtirol wurden rund 30 Unwettereinsätze registriert. Mit 2.100 Blitzen war der Freitag der bisher blitzreichste Abend des Sommers, berichtete das Onlineportal stol.it.

Historische Regenmengen gingen gestern über dem Großraum Graz nieder. Binnen weniger Minuten waren zahlreiche Straßen in der steirischen Landeshauptstadt überflutet, ein Baum stürzte auf ein Mehrparteienhaus im Stadtbezirk Lend. Die Feuerwehren in Graz und Graz-Umgebung waren im Dauereinsatz.

Hagelunwetter im Bezirk Neunkirchen

Im südlichen Niederösterreich gab es ebenfalls Gewitter und Hagel- Im Bezirk Neunkirchen fielen an die 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auto von Mure erfasst

In Großarl im Salzburger Pongau wurde gestern Abend ein Auto mit fünf Insassen von einer Mure erfasst, die nach starken Niederschlägen abgegangen war. Die Autoinsassen hätten sich selbst befreien können, wurden aber von den Rettungskräften erstversorgt und in die Feuerwehr-Zeugstelle Großarl gebracht. Für die Freiräumung der vermurten Straße seien schwere Gerätschaften erforderlich gewesen. Die Rettungskräfte brachten zudem insgesamt 46 Personen von umliegenden Almen sicher ins Tal. Die Aufräumarbeiten sollten auch am Samstag weitergehen.

Zudem kam es zu Verklausungen im Bachbett des Ixenbaches, der daraufhin über die Ufer trat. Auch die Ixenbach-Brücke sei weggerissen worden.

Massive Schäden in der Landwirtschaft

Auch die Landwirtschaft in der Steiermark, Tirol und Niederösterreich wurden erneut schwer geschädigt. Auf einer Fläche von insgesamt 16.000 Hektar wurden Ackerkulturen (Getreide, Mais, Kürbis, Kartoffel), Obst- und Gemüsekulturen sowie das Grünland teilweise massiv zerstört.

In der Steiermark, die besonders betroffen war, wurden auch Glashäuser durch riesige Hagelschloßen beschädigt. Die Konsequenz: Ein Gesamtschaden in der Landwirtschaft in der Höhe von 3,5 Millionen Euro. „Die sich ständig wiederholenden Unwetterereignisse führen uns klar vor Augen, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen die Landwirtschaft fest im Würgegriff hält. Wie teuer uns das zu stehen kommt, zeigt auch das gestrige Schadensausmaß in Millionenhöhe, so der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger.