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„Wie ein großer Blumenstrauß“

12.06.2021 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Blumenwiese verschönert das Ortsbild. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Blumenwiese verschönert das Ortsbild. Hartinger

Blumenwiesenverlosung: Einer der Gewinner ist Gemeinde Lauterach.

Zwischen der Bäckerei Kloser am Bahnhof Lauterach und dem Bahndamm liegt ein gutes Stück Wiese am Wegesrand. Hier waren bis zum Weg wilde Binsen gewachsen. Nun hat die NEUE an die mitmachenden Gemeinden fünf Blumenwiesen verlost. Einer der Gewinner ist Lauterach und in der Zwischenzeit wurde an ebendiesem Platz eine einjährige Blumenwiese gesät, die gerade im Wachsen ist. Außerdem wurden zehn Quadratmeter mit Einzelpflanzen, die tatsächlich einzeln gepflanzt wurden, eingesät. „So sieht es ein bisschen schöner aus“, bestätigen Bürgermeister Elmar Rhomberg (ÖVP) und der Obmann des Bienenzuchtvereins Gerd Wakolbinger vor Ort. Zunächst musste der Boden präpariert werden, „sonst ist das Gras immer schneller“, spricht Bauhofleiter Markus Wirth aus Erfahrung. „Mehrjährige Blumenwiesen mögen einen Untergrund aus Schotter und Humus, die einjährigen brauchen Pflanzerde.“

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Hartinger

Arbeitsunaufwendig

Gepflanzt hat die Bienenweiden der Gärtner Martin Böni. Im Augenblick, wo es warm und feucht ist, gedeihen und wachsen die Pflanzen schnell. Im Sommer ist Böni viel mit Gießen beschäftigt. Aber besonders mehrjährige Blumenwiesen sind extensiv, also mit wenig Gieß- und Pflegeaufwand verbunden.
Dabei bringen sie den gesamten Sommer über schöne Blüten hervor, wie Böni an dem Beispiel des neu renovierten Alten Vereinshauses zeigt. Neben dem Gebäude blühen leuchtend rot der Klatschmohn, dazu kommen Schafgarbe, Rotklee, Lupinen und viele mehr. „Was für Blumen dabei sind, ist tatsächlich immer ein Überraschungsei, die Mischungen sind jedes Jahr ein bisschen anders. Heuer gibt es den hellgelben Ackersenf zwischendrin. Wir müssen sehen, wenn er sich versamt, wie dominant er im nächsten Jahr wiederkommt. Aber es ist ja auch wichtig, die Natur auch ein wenig machen zu lassen“, findet Böni.
„Die mehrjährige Wiese haben wir im Herbst schon angesät. Ansonsten mähen wir ein bis zwei Mal im Jahr, einmal Anfang August, wenn die meisten Blumen verblüht sind und sich versamt haben. Den Schnitt lassen wir trocknen, sodass die Samen im Boden verbleiben und auch die einjährigen Pflanzen im nächsten Jahr wiederkommen, und eventuell mähen wir im Herbst nochmal nach.“

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Natürlichkeit

Die Gemeinde Lauterach hat inzwischen weniger Wechselbepflanzungen – die für die Gärtner ein Wechsel von „Setzen und Wegwerfen“ waren, wie der Gemeindegärtner erzählt. Vielmehr setzt sie zunehmend auf Bienenweiden, Blumenwiesen, die eine natürliche Anmutung haben und nicht nur für Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten Nahrungsgrundlage sind, sondern auch einfach in der Pflege sind – und von der Bevölkerung ästimiert werden. Auch der Bürgermeister und vor allem der Gärtner sagen, die Rückmeldungen seien durchweg positiv. Diese Wiesen seien „wie ein großer Blumenstrauß“, findet Böni, und so würden sie auch wahrgenommen. Klar, der ein oder andere pflückt aus dem Blumenstrauß einzelne Blumen für einen eigenen Strauß heraus. Das sei aber die Ausnahme.

Der Bienenzuchtvereins-Obmann Wakolbinger betont, dass die Bienen immer weiter aus den Ortschaften hinausgedrängt werden. Rasenroboter mähen alles Futter ab, Gärten werden zunehmend steriler. „Wo’s passt, sollten wir der Natur mehr Raum lassen“, sagt der Obmann, der selbst zwischen zehn und zwölf Bienenstöcke hat. „Ich habe im Ort drei verschiedene Standorte mit Bienen. Bienen fliegen ungefähr bis zu zwei Kilometer Luftlinie, um Nektar zu sammeln.“ Auf den Blüten am Bahnhofsstandort sind Bienen zu sehen. Wessen Tiere es sind? „In Lauterach haben wir ungefähr 100 Bienenvölker“, berichtet der Obmann, man kann es also nicht sagen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei durchaus noch weiter ausbaufähig. Zum Beispiel durch ein sukzessive ausgebautes Nahrungsangebot mit Bienenwiesen. Da ist die gepflanzte Wiese, die die NEUE spendiert hat, ein passables ­Zwischenhoch – und Ansporn für mehr.