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Mückstein: „Jetzt gibt es reichlich Impfstoff“

15.05.2021 • 14:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Mückstein
Wolfgang Mückstein APA/ROLAND SCHLAGER

Gesundheitsminister appelliert an Junge, sich so bald es geht für Impftermine anzumelden.

Vor der Öffnung am 19. Mai stellt sich die Frage, ob für alle, die sich inzwischen entschlossen haben, sich impfen zu lassen, auch genug Impfstoff vorhanden ist. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein beruhigte im „Journal zu Gast“ des ORF: „Derzeit treffen wöchentlich rund 500.000 Dosen in Österreich ein, im Juni sind es 600.000 bis 700.000. Wir hatten einen Mangel, aber das dreht sich gerade.“ Innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen werde man sogar suchen müssen nach Menschen, die von anfänglichen Impfverweigerern zu Impfwilligen werden.

Vor allem im Bereich der unter 30-Jährigen sei die Impfbereitschaft derzeit noch niedrig, wie man im Raum Niederösterreich sehe, wo die Impftermine als Erstes auch für Junge geöffnet wurden. „Viele Junge haben noch das Bild vor Augen, dass die Krankheit für sie nicht gefährlich ist, aber das stimmt nicht mehr.“ Gerade das Long-Covid-Syndrom, mit seinen monatelang anhaltenden Folgen wie Müdigkeit oder Verlust von Riech- und Geschmackssinn treffe immer immer Jüngere. „Außerdem brauchen sich die jungen Leute dann auch keine Gedanken mehr machen, ob sie getestet sind oder nicht“ appelliert Mückstein an die Jugend, sich für Impftermine anzumelden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz verriet der Kleinen Zeitung übrigens, dass er Ende Mai geimpft wird. Kurz gehört ja zu den Jüngeren unter den Politikerinnen und Politikern.

Impfstoff für Kinder

Für 12- bis 15-Jährige soll indes demnächst ebenfalls ein Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen werden. Mückstein: „Vielleicht schon im Juli, da müssen wir dann ganz intensiv die Eltern informieren.“ Relevant für eine Rückkehr zum Normalbetrieb an Österreichs Schulen im Herbst werde aber nicht die Impfrate bei den Jungen sein, entscheidend dafür sei die bereits sehr hohe Durchimpfungsrate bei den Lehrern.

Ab 19. Mai gilt für alle Bereiche des öffentlichen und halböffentlichen Lebens die ggg-Regel: Menschen, die genesen, getestet oder geimpft sind, haben Zutritt zu Gaststätten, Freizeitbereichen, Kulturveranstaltungen, etc. Hat Mückstein Angst, dass mehr Freiheit auch wieder höhere Infektionszahlen bedeutet? Ja, aber, sagt der Minister. Es werde zu einem langsameren Absinken, vielleicht sogar wieder zu einem geringfügigen Anstieg kommen, aber er sehe keine Gefahr für die Intensivstationen, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sei gesichert. Zumal die ggg-Regel ja dadurch ergänzt werde, dass weiterhin Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten seien und in vielen Bereichen auch weiterhin FFP2-Maskenpflicht gelte.

Abfuhr für Wirtschaftsbund

Als Sozialminister erteilte Mückstein den Ideen des Wirtschaftsbundes, das Arbeitslosengeld auf 40 Prozent zu senken, eine Absage: „Das wird es mit den Grünen nicht geben.“ Fast eine Million Menschen sei derzeit arbeitslos oder in Kurzarbeit, 1,2 Millionen Menschen von Armut bedroht, und letzteres seien die Zahlen von vor der Krise. „Diesen Menschen noch mehr Armut anzudrohen vor dem Hintergrund, dass viele von ihnen gar keinen Job kriegen können, wäre Zynismus“. Der Druck sei spürbar, weil die Beratungstätigkeit ansteige in Bezug auf Menschen, die die Strom- oder Gasrechnung nicht mehr bezahlen könnten oder für die die Stundung ihrer Mieten ausgelaufen sei. Ob das auch dem Koalitionspartner, der ÖVP, bewusst sei? „Falls nicht, bin ich dazu da, ihm das bewusst zu machen.“