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App-solut grün durchstarten

28.04.2021 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Andreas Dür von der Gartenlaube in Alberschwende hat drei Garten-Apps getestet. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Andreas Dür von der Gartenlaube in Alberschwende hat drei Garten-Apps getestet. Klaus Hartinger

Die NEUE stellt drei kostenlose Garten-Apps vor.

Kostenlose Garten-Apps können tatsächlich helfen, nützliche, lästige und sogar giftige Pflanzen zu erkennen. So manch eine Anwendung für das Smartphone wartet sogar mit Rezepten für Salat oder Gemüse aus dem eigenen Garten auf oder verfügt über Offline-Suchfunktionen. Auch wenn es hier und dort noch Verbesserungsbedarf gibt, lässt sich bei allen Apps etwas dazulernen.

MyGarden

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Die App MyGarden ist für Android und iPhone kostenlos verfügbar.

1. Was kann die App?
Sie gibt Inspirationen, sys­tematisiert die Arbeiten und Pflanzen im eigenen Garten und hat eine Erinnerungsfunktion. Man kann sowohl Rezepte für Dressings für Salat aus dem eigenen Garten unter „Inspiration aus dem Web“ finden als auch Ideen fürs Homeoffice im eigenen Gartenhäuschen. In der Pflanzenbibliothek sind 2646 Pflanzen gelistet, von Affengras bis Dichter-Narzisse, auch Bäume sind aufgeführt. Alle mit ansprechenden Fotos und Informationen zu „Licht-, Feuchtigkeitsbedarf, Blütezeit, Pflanzhöhe, Verwendungen, Wachstum und Lebenszyklus, Winterhärte, Toxizität, Geselligkeit, Blüten, Blatt-, Fruchtfarbe, Pflegeaufwand, Nährstoffbedarf, Boden-pH, Monate für Rückschnitt“. Es werden auch 664 bienenfreundliche Pflanzen angezeigt. Unter dem Reiter „Aufgaben“ lassen sich eigene Einträge machen wie „Beet umgraben“ mit Erinnerungseintrag an einem bestimmten Tag. Gärtnerische Inputs geben Tutorials über „Pflanzzeit für rote Johannisbeeren“ oder „So pflegst du deinen Rasen nach dem Winter“. Neu ist das Garten-Tagebuch, wo sich die Gartentätigkeiten aufzeichnen lassen.

2. Was kann sie nicht?
Die Pflanzenbibliothek listet manche Exoten auf, dagegen etwa Pfefferminze nicht. Die Gartentipps sind nicht alle gleich brauchbar. Wenn ich zum ersten Mal einen Rasen vertikutieren will, werde ich kaum die dürre Beschreibung der App zu Rate ziehen. Und wie realistisch ein Gartenhäuschen als Homeoffice ist, sei dahingestellt.

3. Was sagt der Gärtner?
„Ein Tagebuch ist sehr nützlich, besonders fürs nächste Jahr. Ich habe auch eines, da steht dann drin: ,Petersilie zu groß geworden, später säen‘“. Ich schaue mir vor dem Loslegen die Tagebücher der letzten zwei Jahre an, das hat mir schon oft weitergeholfen“, sagt Andreas Dür von der Gartenlaube in Alberschwende.

Stauden Ratgeber

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Die kostenlose App Stauden Ratgeber gibt es für iPhone wie Android.

1. Was kann die App?
Hobbygärtner können – auch offline – Stauden suchen und ihr Staudenbeet planen. Über 1400 Arten und Sorten werden mit Bild und umfangreichen Informationen angezeigt, wie Blütenfarbe, Blütezeit, Wuchshöhe und empfohlene Lichtverhältnisse. Suchkriterien sind deutscher und botanischer Name, aber auch Standort, Blütezeit oder Blütenfarbe. Es werden auch Pflanzen aufgeführt, die sich gut kombinieren lassen, im Fall von Eisenhut Anemone, Astilben, Digitalis und Hemerocallis. Unter Anemone wiederum führt die App 14 verschiedene Sorten an. Ein Stauden-Suchkriterium ist „Verwendung“. Von „Bauerngarten“ über „Duftstaude“ bis hin zu „schneckenresistent“ reicht die Palette.

2. Was kann sie nicht?
Leider gibt es keine Suchfunktion für insektenfreundliche Pflanzen, es wird nicht aufgeführt, ob sie giftig sind, was mit Haustieren oder kleinen Kindern wichtig ist.

3. Was sagt der Gärtner?
„Fachlich stimmen die Angaben, die Beschreibungen der Pflanzen sind gut. Ob es nun sinnvoll ist, 24 Sorten Blaukissen anzuzeigen, sei dahingestellt. Dann möchte man vielleicht eine bestimmte Sorte und bekommt sie nirgends“, merkt Gärtner Andreas Dür zur App Stauden Ratgeber an.

Nützlinge im Garten

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Das deutsche Bundesinformationszentrum Landwirtschaft hat die kostenlose App „Nützlinge im Garten“ herausgegeben, die für Android wie iPhone erhältlich ist.

1. Was kann die App?
Sie hilft, Nützlinge zu erkennen und zu fördern und sagt, gegen welche Schädlinge sie wirken. Hat man das Tier gefunden, wird ein Foto aufgeführt, gesagt, wogegen es wirkt, es werden Erscheinungsbild, Bedeutung und Besonderheiten, Lebensweise, Schonung und Förderung angezeigt. Weiß man den Namen eines Schädlings, bekommt man Nützlinge vorgeschlagen, die die Schädlinge beseitigen, ohne dem Garten zu schaden.

2. Was kann sie nicht?
Leider sind nur Bilder von den Nützlingen hinterlegt. Wer sich mit Schädlingen nicht auskennt, dem hilft die App wenig.

3. Was sagt der Gärtner?
„Es sind viele Nützlinge aufgeführt und die Beschreibungen sind ausführlich. Da merkt man, dass viel Expertise dahintersteckt“, findet Dür. Er muss es wissen, er arbeitet schon seit Jahren mit Nützlingen. Trotzdem lernt auch er noch von der App – so soll es sein.

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Klaus Hartinger