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Lustenau: S18 nicht ohne weiteres akzeptieren

19.11.2020 • 13:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Archivbild/Klaus Hartinger</span>
Archivbild/Klaus Hartinger

Gemeinde Lustenau will nun „alle Fakten auf den Tisch“ bekommen.

Die Marktgemeinde Lustenau will die von der Straßenbaugesellschaft Asfinag bestimmte Trasse für die Bodensee-Schnellstraße (S18) nicht ohne weitere Erklärungen akzeptieren. Die Asfinag hatte sich vor einer Woche gegen die Untertunnelung eines Ried-Gebiets und stattdessen für eine Ost-Umfahrung von Lustenau entschieden. Für Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) ist diese Festlegung weiter „nicht nachvollziehbar“. Die Gemeinde will nun „alle Fakten auf den Tisch“ bekommen.

Die Bodensee-Schnellstraße soll die Autobahnnetze Österreichs und der Schweiz hochrangig aneinander anbinden. Es ist eine Verbindung, über die in Vorarlberg seit Jahrzehnten diskutiert und gestritten wird. 2006 war die damalige Variante der S18 – sie hätte oberirdisch durch die letzte im unteren Vorarlberger Rheintal erhalten gebliebene Ried-Landschaft geführt – vom Verfassungsgerichtshof zu Fall gebracht worden. Seitdem wurde nach einer Alternative gesucht.

Als Optionen blieben übrig: eine 7,5 Kilometer lange Ried-querende Straße samt Untertunnelung eines Natura 2000-Schutzgebiets (Variante Z) sowie eine 8,6 Kilometer lange Ostumfahrung von Lustenau (Variante CP). Das Land hatte sich in einem Regierungsbeschluss vor neun Jahren für die Z-Variante ausgesprochen. Überhaupt war in Vorarlberg stets die Z-Variante gemeint, wenn von der S18 gesprochen wurde.

Vor einer Woche aber gab die Asfinag in einer einseitigen Aussendung bekannt, dass die Z-Variante aufgegeben werde. „Im Zuge der Expertenuntersuchungen kristallisierte sich eindeutig heraus, dass die CP-Variante die geringsten Auswirkungen auf Natur, Ökologie und Schutzgebiete hat“, hieß es. Nur die CP-Variante habe die Chance auf rechtliche Genehmigungsfähigkeit.

Während das Land die Trassentscheidung nicht bewertete, war und ist der Ärger in Lustenau riesengroß. Man werde die Entscheidung der Asfinag nicht einfach hinnehmen, sagte Fischer nach einem Treffen aller Fraktionen der Gemeindevertretung, in dem das weitere Vorgehen beraten wurde. „Es gab in der Vergangenheit nicht die geringsten Anzeichen dafür, dass die Z-Variante nicht machbar ist“, so der Bürgermeister. Man wolle Einblick in die Entscheidungsgrundlagen der Asfinag erhalten, diese intern studieren und sich eine Meinung bilden. Bevor nicht klar sei, was die Ausschlussgründe für die Z-Variante seien, „werden wir uns mit CP gar nicht beschäftigen“, stellte Fischer fest.

APA