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„Die Politik hat uns im Stich gelassen“

19.11.2020 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Geschäft im Advent hat sich für Brunner erledigt. <span class="copyright">WKV</span>
Das Geschäft im Advent hat sich für Brunner erledigt. WKV

Gärtner und Floristen sind erzürnt. Lebensmittelketten verkaufen Pflanzen.

Die Verärgerung ist groß. Die Vorarlberger Gärtner und Floristen verstehen im zweiten Lockdown die Welt nicht mehr. Die Lager sind voll und die Waren bezahlt, nur Abnehmer finden sich keine. Und das ausgerechnet in der sonst so lukrativen Adventzeit. Die Geschäfte müssen aufgrund der gesetzlichen Verordnung der Bundesregierung geschlossen bleiben. Gleichzeitig dürfen aber große Lebensmittelketten oder Landwirtschaftsbetriebe sowie Tankstellen nach wie vor florale Produkte verkaufen. „Das ist eine absolute Ungleichbehandlung und schlicht unfair. Zumal in den Ketten auch noch Kundenkontakt und Beratung stattfinden darf und wir dürfen nicht mal kontaktlos ab Hof verkaufen“, erklärt Reinhard Brunner, Landesinnungsmeister der Gärtner und Floristen. Besonderes Unverständnis äußert der Gartenplaner gegenüber der Politik. „Dass Ketten und Tankstellen die Ware verkaufen dürfen und wir nicht ist nicht erklärbar. Wir werden von der Politik im Stich gelassen. Entweder alle schließen oder keiner“, fordert der Innungsmeister.

Nach dem zweiten Advent

Schmerzhaft ist nicht nur der Lockdown an sich, sondern auch der Zeitpunkt. Die Gärtner und Floristen dürfen am 7. Dezember wieder öffnen. Einen Tag nach dem zweiten Advent. „Wer braucht denn nach dem zweiten Advent noch einen Kranz oder anderen Adventschmuck. Das Zeug können wir alles wegschmeißen und die Ware ist aber schon bezahlt“, ist Brunner erzürnt. Daher ist nicht ausgeschlossen, dass einige Betriebe nicht überleben werden. „Ich habe von einigen Mitglieder schon gehört, dass es für sie sehr eng wird. Ich glaube, es werden Geschäfte schließen müssen. In welchem Umfang ist noch nicht absehbar, aber die Situation ist sicherlich existenzbedrohend.“

Online-Angebote

Kleine Abhilfe soll nun ein Online- und Telefonangebot schaffen. Brunner appelliert an die Bevölkerung die kleinen regionalen Geschäfte zu unterstützen. „Unsere zahlreichen Fachbetriebe im Land sind auch während des zweiten Lockdowns für ihre Kundinnen und Kunden da“, stellen Reinhard Brunner, Landesinnungsmeister der Gärtner und Floristen, und Veronika Natter, Berufsgruppenobfrau der Floristen, klar. „Viele Betriebe bieten die Gelegenheit, per Telefon oder online, Blumen, florale Dekorationen, Pflanzen und Produkte für zu Hause zu bestellen. Dazu gehört die gewohnt erstklassige Beratung und schlussendlich auch eine kontaktlose Lieferung“, lässt Brunner wissen.