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Statt Lego wurde Spielsand geliefert

17.11.2020 • 11:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In dem Fall wird noch weiter ermittelt.
In dem Fall wird noch weiter ermittelt. AFP

Geschädigte von China bis Amerika, knapp 400.000 Euro Schaden.

Ins Rollen gebracht hat den Fall ein Ungar, der beim Online-Shop des Kärntners 1800 Lego-Teile bestellt hat. Die erhaltene Lieferung war allerdings nicht vollständig. Der Ungar ließ daraufhin seinem Ärger in einem Online-Forum freien Lauf. Und bald war es um die große Lego-Anhängerschaft geschehen, immer mehr Bausteinfans teilten nämlich das selbe Schicksal. Kurzum: Bald sollte jeder von ihnen jemanden kennen, der auch Opfer des Kärntners geworden war.
Die Dimensionen des Bausteinkrimis sind enorm, derzeit steht man bei knappen 400.000 Euro Gesamtschaden.

Zu den Geschädigten zählen auch zwei Großhändler aus China und den Niederlanden, die sich im vergangenen Sommer mit einem Lockangebot ködern ließen. Der Kärntner verkaufte laut Ermittlern mehrere Paletten von Lego-Sets unter dem Listenpreis, nahm den Verlust bewusst in Kauf. Dann erklärte er, dass er weitere Hunderte Stück dieser Sets zu diesem Preis verkaufen könne. Durch das Vertrauen, das er so bei den Kunden aufgebaut hatte, kam es zu weiteren Vorauszahlungen – die Lieferungen wurden allerdings nie durchgeführt.

Spielsand

Ordentlich eingefahren sind andere Chinesen mit ihrer Bestellung. Statt der bestellten bunten Plastiksteine erhielten sie lediglich Spielsand. An die Lego-Besteller schickte der Klagenfurter via Luftfracht den Sand, um das nötige Gewicht für den Frachtbrief der Spedition zu erreichen. 39 Säcke Spielsand, so fand die Kärntner Polizei später heraus, hatte der Verdächtige zuvor in einem Baumarkt gekauft.

Als der 23-Jährige zum ersten Mal als Beschuldigter einvernommen wurde, beteuerte er seine Unschuld. Der Unternehmer (sein Geschäft ist mittlerweile geschlossen) hatte mehrere Mitarbeiter, keiner hat von den üblen Machenschaften des Chefs etwas mitbekommen.

Unter den Mitarbeitern war übrigens auch der Sohn eines Kärntner Staatsanwaltes, weshalb der Akt wegen Befangenheit zur Staatsanwaltschaft nach Graz wanderte. Und eben in der steirischen Landeshauptstadt sitzt nun der Kärntner wegen mehrfachen schweren Betrugs in U-Haft, wie Sprecher Christian Kroschl am Montag der Kleinen Zeitung bestätigte: „Die Untersuchungshaft wurde vor Kurzem verlängert, die Ermittlungen sind äußerst umfangreich und noch nicht abgeschlossen.“