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Vorarlberg schafft weitere Intensivbetten

10.11.2020 • 12:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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"Wir müssen die Infektionszahlen senken", so Rüscher (li). Archiv/Mirjam Mayer

Aufstockung der Intesivkapazität startet. Vorerst um zwölf Betten.

Vorarlberg beginnt angesichts der nach wie vor hohen Zahl an Covid-19-Neuinfektionen mit der Aufstockung der Intensivkapazitäten. In einem ersten Schritt werden zwölf zusätzliche Intensivbetten geschaffen, informierte am Dienstag Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Besonders schwierig gestaltete sich aktuell auch die Personalsituation an den Vorarlberger Spitälern. 188 Mitarbeiter waren am Dienstag am Coronavirus erkrankt oder befanden sich in Absonderung.

In den Vorarlberger Krankenhäusern stehen grundsätzlich 51 Intensivbetten zur Verfügung. Diese Kapazität wurde nun um zwölf Betten erweitert, in einem zweiten Schritt – bei Bedarf – würde die Aufstockung auf 75 Intensivbetten erfolgen. Insgesamt könnte auf 104 Plätze mit Beatmungsgeräten aufgerüstet werden. Mit Stand Dienstagmittag waren 18 Intensivbetten frei.

Messegelände

Am Dienstag wurden 147 Corona-Patienten in den Vorarlberger Krankenhäusern versorgt, davon 30 auf den Intensivstationen. 17 der 30 Intensivpatienten mussten beatmet werden. Von den 1.900 Vorarlberger Spitalbetten auf den Normalstationen sind 430 für Covid-19-Erkrankte reserviert. Um zusätzliche Kapazität zu schaffen, befindet sich auf dem Messegelände in Dornbirn ein Notversorgungszentrum mit weiteren 200 Betten im Aufbau. Das Notversorgungszentrum war schon im Frühjahr errichtet, letztlich aber nicht benötigt worden.

Sowohl Wallner als auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) und Gerald Fleisch (Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft) sprachen von einer sehr ernsten Situation. Mit der aktuellen Steigerungsrate bei den Neuinfektionen „werden wir bis Mitte bzw. Ende November massiv an unsere Grenzen kommen“, stellte der Landeshauptmann fest. Noch aber reiche die Kapazität. Darüber hinaus werde alles Menschenmögliche getan, um nicht in die Situation einer Überlastung des Systems zu kommen.

Grenze der Belastbarkeit

Fleisch unterstrich Wallners Aussagen. Üblicherweise liege die Auslastung der Intensivstationen zwischen 50 und 70 Prozent, es brauche auch einen gewissen Puffer. Im zu Ende gegangenen Oktober aber habe die Intensiv-Auslastung am LKH Feldkirch die 90 Prozent-Marke überschritten. „Wir sind an der Grenze der Belastbarkeit, im Moment geht es gerade noch“, sagte Fleisch. Die Operations-Kapazitäten werde man auch angesichts des Personalstands in den nächsten Tagen auf die Hälfte reduzieren. „Es wird aber nicht pauschal abgesagt, neben Notfällen werden auch dringliche Eingriffe gemacht“, so Fleisch.

Rüscher betonte, dass man den hohen Infektionszahlen mit einer Kapazitätserweiterung der Pathologie am LKH Feldkirch und Antigen-Schnelltests in 130 Ordinationen niedergelassener Ärzte begegne. Zudem setze man bei der Absonderung auf eine digitale Erstinformation, bei positiven Antigen-Tests auf eine Information noch in der Ordination. Das führe zu einer schnelleren Unterbrechung der Infektionsketten und entlaste das Infektionsteam.

Ebenso resultiere aus der Übersiedlung der stationären Probeentnahme von Röthis (Bez. Feldkirch) ebenfalls auf das Dornbirner Messeareal zu einer Steigerung der Testkapazitäten. In Röthis umfasse das Infektionsteam derzeit 35 Personen, in Dornbirn wird das Team zahlenmäßig auf 70 verdoppelt. Weitere 20 Personen arbeiten in mobilen Testteams. „Wir müssen die Infektionszahlen senken. Das kann aber nur gelingen, wenn wir alle die Schutzmaßnahmen konsequent und diszipliniert einhalten“, so Rüscher.

APA