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Blumenpracht in Pyramidenform

30.05.2020 • 19:28 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die prächtige Blumenpyramide wurde heuer gleich zwei Mal errichtet. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die prächtige Blumenpyramide wurde heuer gleich zwei Mal errichtet. Klaus Hartinger

In Alberschwende und Gaschurn wurden die Sieger-Blumenpyramiden errichtet.

Die Trophäe kommt mit dem Anhänger, das Siegerschild wird mit dem Bagger auf die Spitze gehievt. Die Aktion verleiht dem ohnehin stattlichen Preis noch mehr Gewicht. Es ist Dienstagmorgen, das Zentrum von Alberschwende wird als schönste Blumengemeinde mit der mittlerweile bekannten Blumenpyramide ausgestattet. Jetzt können alle sehen, was im Herbst 2019 im Rahmen der Flora-Gala entschieden wurde.

Das Konstrukt wurde vor drei Wochen vorgepflanzt, damit alles gut anwächst. Ausgesucht wurden Pflanzen, die in Alberschwende gut gedeihen. Denn dort gibt es vergleichsweise viele Niederschläge, die Temperaturen sind niedriger als im Rheintal. „Es sind allesamt widerstandsfähige Gewächse, die dennoch farblich zusammenpassen“, erklärt der Alberschwender Gärtner Andreas Dür. Modern sind die Blattschmuckpflanzen und Gräser. Dazwischen blühen Surfinia und Globularia. Darauf fliegen die Bienen. „Die Insektenwelt soll auch was davon haben“, sagt Dür fröhlich.

In Alberschwende steht die Pyramide direkt an der Straße, wo sie jeder sehen kann. <span class="copyright">Hartinger</span>
In Alberschwende steht die Pyramide direkt an der Straße, wo sie jeder sehen kann. Hartinger

Blüte bis in den Oktober

Insgesamt wurden 48 Blumenkästen am Gestell positioniert und mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet. Somit ist die Pflege simpel. Schlauch anschließen und „Wasser marsch!“. Ein Dauerdünger sorgt dafür, dass die Blüten auch länger eine Pracht bleiben. „Dazuschauen tut der Obst- und Gartenbauverein, das Gießen übernehmen Gemeindemitarbeiter.“ Bis Ende Oktober, wenn die Nächte fros­tig werden, wird die Pyramide an ihrem Platz bleiben.

Die Idee war ursprünglich, die Trophäe am Dorfplatz aufzustellen. Das war wegen der stattlichen Größe nicht umsetzbar. Nun steht die Pyramide vor dem ehemaligen Gasthaus Brauerei, direkt an der Hauptstraße in Richtung Bregenzerwald. „Die Position ist gut, jeder sieht sie beim Vorbeifahren“, ist Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann überzeugt. Das längst geschlossene Gasthaus gehört mittlerweile der Gemeinde und soll allmählich wiederbelebt werden. Der Standort sei daher symbolisch optimal.

Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann mit der Flora-Rose der Siegergemeinde. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann mit der Flora-Rose der Siegergemeinde. Hartinger

Heuer zwei Sieger

Blumenschmuck hat in Alberschwende Tradition. „Die Pyramide ist nun das sichtbare Zeichen für den Einsatz“, sagt Schwarzmann. Sie ist stolz, gemeinsam mit Gaschurn gewonnen zu haben. Und das gab es tatsächlich noch nie. Gleich zwei Gemeinden wurden im Herbst als Sieger auserkoren, da es nur einen Punkt Unterschied in der Bewertung gab. Das führt nun dazu, dass der Pokal, die Flora Rose, nun nach einem halben Jahr in Alberschwende nach Gaschurn wandert. Die Pyramide gibt es heuer in zweifacher Ausführung.

Aufbau der Pyramide in Alberschwende. <span class="copyright">Hartinger</span>
Aufbau der Pyramide in Alberschwende. Hartinger

Gaschurn

Eine gute Stunde später im Montafon. Am Platz des Gaschurner Gemeindeamts geht etwas vor sich. Auch dort wurden Gestell und Blumenkästen separat geliefert und peu à peu zusammengesetzt. Das ganze Konstrukt wiegt bepflanzt etwa 500 bis 600 Kilogramm. Bürgermeister Martin Netzer hat das Geschehen von seinem Bürofenster aus beobachtet. Er hat den direkten Blick auf die Blumenpyramide. Nun ist er dazugestoßen und betrachtet die blumige Installation aus der Nähe.

In Gaschurn wurde die Pyramide direkt vor dem Gemeindezentrum aufgebaut. <span class="copyright">Hartinger</span>
In Gaschurn wurde die Pyramide direkt vor dem Gemeindezentrum aufgebaut. Hartinger

In Gaschurn haben nicht nur der Blumenschmuck, sondern auch die Auszeichnungen beim Flora-Bewerb Tradition. Stolz zeigt der Bürgermeister auf die Siegerplaketten, welche an einer Wand angebracht sind. „Ich schätze, dass sich der Blumenschmuck in unserer Gemeinde quasi über Wände und Mauern hinweg fortsetzt. Er wird in den Betrieben, in der Zimmervermietung, aber auch privat gelebt. Von allen“, sagt Netzer. Er ist froh, dass die Blumenpyramide trotz Corona-Krise aufgestellt wurde. Ein Verschieben stand auch nie zur Debatte. „In Zeiten wie diesen ist das auch eine Wertschätzung den Einheimischen gegenüber. Nicht nur der Gast soll etwas davon haben“, sagt der Bürgermeister.

NEUE-Chefredakteur Sebastian Rauch übergab die Flora-Rose an Bürgermeister Martin Netzer. <span class="copyright">Hartinger</span>
NEUE-Chefredakteur Sebastian Rauch übergab die Flora-Rose an Bürgermeister Martin Netzer. Hartinger

300 Pflanzen

Silvian Müller (Ideengärnterei Müller) und Stefan Bitschnau (Blumen Bitschnau) setzen derweil die letzten nummerierten Kästen ein, installieren die Tropfbewässerung, montieren das Siegerschild in der Höhe und auch Monika Wachter waltet ihres Amtes als Blumenbeauftragte und gießt die Gewächse gehörig. Es sind allesamt bienenfreundliche Sommerblüher, die gesetzt wurden. Circa 300 Stück.

Am Gemeindeamt hängt auch die Siegerplakette der Flora. <span class="copyright">Hartinger </span>
Am Gemeindeamt hängt auch die Siegerplakette der Flora. Hartinger

Auch in Gaschurn wurden diese vorkultiviert damit sie gut anwachsen. „In einer bAuch in Gaschurn wurden diese vorkultiviert, damit sie gut anwachsen. „In einer bis zwei Wochen werden sich die Pflanzen dann optimal präsentieren. Und halten tun sie bis in den Herbst“, sagt Silvian Müller. In der Montafoner Gemeinde ist es ähnlich wie in Alberschwende: im Schnitt ein wenig kühler. Diese Witterung hält die Blumen kompakter, sie werden nicht allzu wüchsig und entfalten dennoch ihre volle Schönheit.

Die Pyramide ist ein farbenfrohes Highlight für die Gemeinde. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Pyramide ist ein farbenfrohes Highlight für die Gemeinde. Hartinger